Galerie der Polarfahrer

Ausstellung bei WIE-Kultur, Berlin 2010

 

Die Galerie der Polarfahrer umfaßt Porträts von 24 der bedeutendsten Männer der polaren Expeditionen, ausgehend von Giovanni Caboto, einem Zeitgenossen des Kolumbus am Ende des 15. Jahrhunderts, bis zu Robert F. Scott am Anfang des 20 Jahrhunderts, mit dem die klassische Form der Forschung zu Ende ging. Danach übernahmen Maschinen die Durchführung weiterer Erkundungen.

Jeder der Männer steht für persönliche und beispielhafte Heldentaten, jeder riskierte Leib und Leben, nahm Entbehrungen und Qualen auf sich und viele kehrten nicht mehr aus dem Eis zurück. Alles sind sie 'ganze Kerle', keiner muss sich vor dem anderen verstecken.

Ermisst man die Biographien hinter den Gesichtern, öffnet sich einem der Blick auf die Gipfel und in die Abgründe der menschlichen, insbesondere der männlichen Seele: Das Streben nach einem Ziel um nahezu jeden Preis, der Erfindungsreichtum, die Kühnheit, die Zähigkeit in der Überwindung widrigster Hindernisse, die Erduldung härtester Qualen und die rücksichtslose Konsequenz in der Durchsetzung der Vorhaben - Härte, Kälte, Hunger und Schmerz sind die Welt der Polarfahrt.

Die Polarregionen stellen die Grenzbereiche des Planeten Erde dar, Gegenden, in denen jede Zeitrechnung, jede Himmelsrichtung ungewiss wird, wo die unwirtlichsten Witterungsverhältnisse herrschen, die jedes Leben unmöglich machen, wo monatelange Dunkelheit auch das Gemüt verdüstert. Vor diesem Hintergrund kann sich die männliche Seele überaus schillernd entwickeln.

Darüber hinaus spiegeln sich in den Expeditionen immer auch die weltgeschichtlichen Entwicklungen. Die Polarfahrt war immer teuer und riskant. Nur wenn man musste oder wenn man es sich leisten konnte, fand sie statt. Erst bildete wirtschaftliche Begierde den Antrieb, dann nationales Prestige oder das Ego einzelner Männer, zuletzt wieder wirtschaftliche Gelüste. Wertneutral war die Polarforschung nie.

Galerie der Polarfahrer  

Butterbrotpapier, schwarzer Lack auf Palettenholz