Galerie der Physiker

 

 

24 Portraits erzählen die Geschichte der Physik vom Beginn der Neuzeit um das Jahr 1500 bis an die Schwelle des Atomzeitalters, von der Erfindung des heliozentrischen Weltbildes bis zur Zertrümmerung des Atoms, von Kopernikus bis Lise Meitner. In 6 Kapitel unterteilt und unter den Überbegriffen: die Sternreisenden - die Wellenreiter - die Warmbrüter - die Stoffspalter - die Abwickler und - die Jongleure , stehen jeweils 4 herausragende Köpfe für die immer weiter fortschreitende Aufdeckung der Geheimnisse der Natur. Es sind die Köpfe derer, die sich durch Gedanken leiten ließen, durch die kreative Deutung der beobachteten Tatsachen. Die auf Basis dieser Beobachtungen Theorien entwickelten, die die Phänomene erklärten und in allgemeine Zusammenhänge einfügten. Und deren Ideen zu neuen technischen Möglichkeiten führten. Denn: Nur der stetige Fortschritt der technischen Möglichkeiten erlaubte und erlaubt einen immer präziseren Blick auf die Dinge und damit eine detailliertere Neubewertung und, immer wieder, auch eine Umbewertung derselben. Und umgekehrt speist sich aus diesen Bewertungen wiederum das Entwicklungspotential der Technik. Die technische Nutzung der physikalischen Erkenntnisse mündete zu allen Zeiten nahezu zwangsläufig in die militärische Nutzung. Die Serie endet deswegen mit der Zertrümmerung des Atoms, weil mit der Entwicklung der Atombombe eine Grenze überschritten wurde, hinter der der Schaden, den die Wissenschaft verantwortet, für die Menschheit größer zu werden beginnt, als der Nutzen es sein kann. Natürlich ist dieser Schnitt willkürlich, denn die Entschlüsselung der Natur schreitet auf allen Ebenen vom Weltall bis zum Mikrokosmos weiter fort. Die Physik ist die Basis der Naturwissenschaften, auf ihren Errungenschaften fußt unser modernes Bild der materiellen Welt. Das physikalische Denken greift tief in unser aller Bewusstsein ein und lenkt unsere Wahrnehmung und unsere Philosophie bis in die trivialsten Winkel. Dies zu ermessen ist diese Serie entstanden. Die Materialität der 24 Portraits lässt sich am besten mit der von Ikonen vergleichen. Es handelt sich um Tafelbilder, die für sich nicht allzu groß, aber gewichtig sind. Bildträger sind ausrangierte Regalbretter aus Spanplatte, die mit einer Oberfläche aus Zinkblech versehen sind. Auf diesen schillernden Untergrund sind die Portraits mit farbigem Papier aus illustrierten Zeitschriften collagiert. Kupferrohr umrahmt die Bretter. Tatsächlich sind die Dargestellten allesamt Ikonen der Menschheitsgeschichte.

Galerie der Physiker 1999 - 2008

Illustriertenpapier auf Zinkblech auf Spanplatte, Kupferrohr